Israelitische Religionsgesellschaft

Die Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg, wie die jüdische Gemeinde offiziell heißt, bildet das Zentrum jüdischen Lebens in den beiden westlichsten Bundesländern Österreichs. Die Synagoge befindet sich in Innsbruck, die der kleinen, aber sehr lebendigen Gemeinde und ihren Gästen Raum für religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Aktivitäten bietet. Jüdisches Leben findet sich aber auch außerhalb der Synagoge, wie etwa im Jüdischen Museum Hohenems in Vorarlberg, das viele Veranstaltungen bietet.

Was ist Judentum?

Das Judentum ist die älteste der monotheistischen abrahamitischen Religionen. Sie ist im heutigen Israel entstanden und geht der Tradition nach auf den Stammvater Abraham zurück, dessen Leben um das Jahr 1.800 v. angesetzt wird. Ob das Judentum generell die älteste Religion ist, die von der Existenz nur eines einzigen abstrakten Gottes ausgeht, ist umstritten, da es auch parallele Entwicklungen zum Eingottglauben in anderen Kulturen gab.

Das Judentum ist nicht nur eine Religion. Sie ist Tradition, Lebensweise und vor allem auch ein Volk, dessen Identität von der reichen Kultur und vom Schicksal der langen, oft leidvollen Geschichte geprägt ist. 

Wer ist Jude?

Nach jüdischer Tradition gelten alle Menschen als Juden, die eine jüdische Mutter haben, oder nach bestimmten Regeln zum Judentum übergetreten sind. Übertritte spielen bezogen auf die Gesamtzahl der Juden, die weltweit auf rund 15 Mio. geschätzt wird, eine geringe Rolle, da das Judentum bis auf wenige Episoden in der Antike keine Missionierung durchführt.

Woran glauben Juden?

Juden fühlen sich zum Tun verpflichtet. Gott hat ihnen aufgetragen, die Satzungen der Tora zu befolgen und dementsprechend sind Jüdinnen und Juden bestrebt, den Verpflichtungen nachzukommen. Die meisten Auslegungen der Schrift drehen sich daher mehr um die Frage, wie die Gebote richtig zu befolgen sind und weniger darum, woran man „glauben“ soll. Dies stellt einen wesentlichen, vielleicht den wichtigsten Unterschied zum Christentum dar.

Die Juden glauben an einen einzigen Gott, der alles erschaffen hat und der den Menschen die Macht und den freien Willen gibt, seine Schöpfung zu bewahren und zu vollenden. Er schließt am Berg Sinai einen Bund mit den Israeliten (die Bezeichnung „Juden“ leitet sich vom Stamm Juda ab und wird erst nach dem Babylonischen Exil gebraucht), die er vorher aus der Knechtschaft Ägyptens befreit und zu seinem auserwählten Volk macht. Er übergibt ihnen seine Weisung, die Tora, und trägt ihnen auf, die darin enthaltenen Satzungen zu halten. Er verspricht den Israeliten im Gegenzug, sie zu beschützen und in das Land Israel zu führen.

Diese besondere Rolle, die dem Volk Israel übertragen wurde, ist eine große Verantwortung gegenüber Gott, der Welt und allen Menschen. Die Juden sollen „ein Licht für die Welt“ sein. Das Judentum hat dementsprechend partikularistische Züge (Gott Israels) und universalistische Züge (alle Menschen sollen Gott erkennen und seinem Willen folgen). Nach jüdischer Auffassung muss man aber kein Jude sein, um ein gottgefälliges Leben führen, vorausgesetzt, die wesentlichen Gebote werden eingehalten (die sogn. 7 Noachidischen Gesetze, eine ältere Version der 10 Gebote).

Jüdinnen und Juden glauben an die Ankunft des Messias, oder modern formuliert, an eine messianische Zeit voller Frieden zwischen den Menschen und Harmonie mit der Schöpfung. Der Fokus ist dabei auf die irdische Welt gerichtet, die durch die Ankunft des Messias zur „kommenden Welt“ wird. Diese Zeit kann aber nur eintreten, wenn sich die Menschen darauf vorbereiten und Gott durch die Befolgung der Tora so weit wie möglich entgegengehen.

Die Vorstellung von der Seele ist extrem komplex und spiegelt die lange Geschichte wider, die das Judentum durchschritten hat. In der Tora wird die Auferstehung der Seele kein einziges Mal erwähnt! Sie gewinnt erst ab der Babylonischen Gefangenschaft an Bedeutung und unterstreicht einmal mehr, wie wichtig Jüdinnen und Juden das Leben auf dieser Welt ist. Das Leben ist das Wichtigste und hebt bei Gefahr zu dessen Schutz alle Gebote auf. In der Kabbala, der jüdischen Mystik des Hoch- und Spätmittelalters, hat sich auf Basis der griechischen Philosophie eine reiche Vorstellungswelt von der Seele entwickelt, die das Judentum insgesamt stark beeinflusst hat. Jeder Mensch hat drei Seelen bzw. drei Aspekte der Seele, die jeweils unterschiedliche Funktionen haben. Neben der traditionellen Vorstellung vom ewigen Leben (oder der ewigen Verdammnis) der Seele, wie sie auch im Christentum und im Islam zu finden ist, gibt es die Vorstellung von der Wiedergeburt der Seele, die auf diesem Weg eine neue Chance zur Läuterung bekommt.

Welche Rolle spielen die Schriften?

Es gibt wohl kein Volk und keine Religion, wo Schiften in der Tradition eine derart zentrale Rolle spielen wie im Judentum („Volk des Buches“). Seien es die von Gott geoffenbarten Schriften, namentlich die schriftliche und mündliche Tora, sei es die geradezu unendliche Literatur an Auslegungen, oder seien es Schriften zur Mystik. Es gibt keinen Glaubensinhalt, der nicht auf die Schrift zurückgeführt wird. Hebräisch als die Sprache der Tora gilt als göttlich und ist selbst Gegenstand von religiöser Interpretation und Auslegung.   

Im Zentrum des religiösen Lebens steht die am Sinai geoffenbarte „schriftliche“ Tora (auch Thora geschrieben), die fünf Bücher Mose. Die anderen Schriften der Bibel, des „Tanach“, gelten ebenfalls als normativ. Diese Schriften wurden mit diversen Veränderungen von den Christen als „Altes Testament“, heute besser „Erstes Testament“, übernommen, sind für sie aber nicht verbindlich.

Nach orthodoxer Tradition wurde am Sinai auch die „mündliche“ Tora geoffenbart, die als Mischna rund 200 n. niedergeschrieben wurde und zusammen mit der in den drei Jahrhunderten danach folgenden Erörterungen (Gemara) den Talmud bildet. Diese Schrift, und mit ihm noch andere Werke aus dieser Zeit, kann man vereinfacht als verbindliche Ausführungsbestimmungen zu den 5 Büchern Mose verstehen.

Nach kabbalistischer Tradition wurden auch die Lehren der Mystik am Sinai geoffenbart, die im „Zohar“ und in anderen Schriften ihren Niederschlag fanden. Wie strikt und in welcher Art und Weise die Schriften als verbindlich gelten, hängt von den verschiedenen Strömungen im Judentum ab.

Was sind die wichtigsten Elemente im täglichen Leben?

Aus den Satzungen der Tora ergeben sich ethische und rituelle Verpflichtungen, die in zahlreichen Handlungen und Riten im Leben implementiert werden. Riten, Segenssprüche und aus der Tradition abgeleitete Tätigkeiten bestimmen in viel stärkerem Ausmaß das Alltagsleben gläubiger Juden als etwa jenes von Christen.
So sind Speisevorschriften zu befolgen, die je nach dem Ursprungsland zu einer typisch jüdischen Küche geführt haben (Verzicht auf Schweinefleisch und andere für den Verzehr nicht erlaubte Tiere, Trennung von Milch und Fleisch, etc.).

Am siebenten Tag der Woche wird in Erinnerung an die Erschaffung der Welt und an den Auszug aus Ägypten der Schabbat gehalten. Er ist ein strikt arbeitsfreier Tag, an dem zum Beispiel weder gekocht noch mit dem Auto gefahren werden darf. Er ist mit typischen Riten verbunden, wie etwa das Entzünden der Kerzen am Schabbateingang und am Schabbatausgang den Hawdala- Segenssprüchen mit Wein, Gewürzen und Kerzenfeuer.

Man betet dreimal am Tag, wenn möglich in der Synagoge und in Gemeinschaft von mindestens 10 Männern (Minian). Das Studium der Tora ist eine Pflicht, der sich alle Männer ab dem 13. Lebensjahr (Bar Mitzwa) unterziehen müssen. Je mehr Zeit dem Studium gewidmet wird, desto segensreicher ist dies für sich selbst und das ganze Volk Israel. Die Frauen sind von der Verpflichtung des Studiums und der Teilnahme an den Gottesdiensten in der Regel ausgenommen, da sie für die zahlreichen häuslichen Gebote verantwortlich sind.
„Zedaka“ (von "Zedek" - Gerechtigkeit) zu üben bzw. zu geben, also den Armen gegenüber wohltätig zu sein, gehört ebenso zu den moralischen Pflichten wie die Vermeidung der schlechten Nachrede, die als besonders verwerflich gilt.

Welche Feste gibt es?

Feste spielen im jüdischen Jahreskreis eine große Rolle. Es gibt Vollfeiertage, an denen - wie am Schabbat- keine Arbeit verrichtet wird, und Halbfeiertage, an denen Arbeitsverrichtung erlaubt ist. Einige sind Jahrtausende alt und werden bereits in der Tora erwähnt, wie Jom Kippur, Pessach und Sukkot, andere sind erst um die Zeitenwende dazugekommen wie Purim und Chanukka. Hier sind die wichtigsten Feste geordnet nach dem jüdischen Jahreslauf genannt:

Pessach: Das erste der 3 Pilgerfeste (Wallfahrt nach Jerusalem). Nach dem Ausräumen alles Gesäuerten, wird der Auszugs der Israeliten aus Ägypten gefeiert. Das Fest dauert eine Woche und statt Brot, wird Mazza gegessen. Der „Seder“-Abend, das gemeinsame, von vielen Gebeten und Lesungen begleitete Abendessen am Vorabend des ersten Tages, bildet dabei den Kern des Festes. Aus Pessach hat sich das christliche Osterfest entwickelt.

Schawuot: Wochenfest. Nach rabbinischer Tradition wird 7 Wochen nach Eingang des Pessachfestes das zweite der drei Pilgerfeste gefeiert. Seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. wird des Empfanges der Tora am Sinai gedacht. Aus dem Wochenfest hat sich das christliche Pfingstfest entwickelt.

Rosch Haschana (auch "Jom Trua"- "Tag des Hornschalls" genannt: Mit dem Neujahrsfest beginnen die Herbstfeste. Ein Tag (außerhalb Israels 2 Tage) des Gebetes in der Synagoge und des Blasens des Schofar, einem Widderhorn. Man ist aufgerufen, der Erschaffung der Welt zu gedenken, innezuhalten und sich auf Jom Kippur vorzubereiten.

Jom Kippur: Der Versöhnungstag findet 10 Tage nach dem Neujahrsfest statt. Er beginnt mit dem Kol Nidre- Gebet am Vorabend und endet nach einem Tag voller Gebete in der Synagoge mit Neila, dem Schlussgebet. Es ist der höchste jüdische Feiertag, ein strenger Ruhe- und Fasttag, an dem man gemeinsam um Vergebung der Sünden bittet.

Sukkot: Laubhüttenfest. Das dritte der 3 Pilgerfeste ist ein freudiges Fest, wenige Tage nach Jom Kippur, an dem man eine Woche lang in einer einfachen Hütte, der „Sukka“, speist und Gäste empfängt. Es wird ein Bündel aus einem Palm-, einem Weiden-, und einem Myrtenzweig sowie einer Etrogfrucht gebunden, geschwungen und mit Segen bedacht. An Sukkot schließt Simchat Tora an, die „Freude der Lehre“, an dem die Lesung der Tora im Jahreszyklus abgeschlossen wird und von neuem beginnt.

Chanukka: Das Lichterfest ist ein Halbfeiertag. Acht Tage lang gedenkt man der Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem nach Überwindung der hellenistischen Herrschaft im 2. Jh.v.Ch. Jeden Tag wird eine Kerze mehr am Chanukka-Leuchter entzündet. Es ist ein freudiges Fest der Wiedererlangung der religiösen und nationalen Freiheit.

Purim ist auch ein Halbfeiertag: Man feiert die Errettung der Juden im Persischen Reich vor der drohenden Vernichtung: Lesung des Buches Esther, ausgelassenes Fest mit viel Musik und Wein. Es wird im Spätwinter gefeiert und wegen der Tradition, sich zu verkleiden, oft als jüdischer Fasching bezeichnet.

Fasten spielt abgesehen von einigen streng orthodoxen Kreisen keine große Rolle, zumindest im Vergleich mit dem Christentum und dem Islam. Es gibt einzelne Tage, an denen gefastet wird, oder an denen zumindest auf etwas verzichtet wird, wie etwa am Schabbat oder zu Pessach. Es gibt im Judentum 4 Fasttage, die für alle gelten. Neben dem bereits erwähnten Jom Kippur gibt es drei Schicksalstage im historischen Israel, die zur Zerstreuung der Juden in die Diaspora geführt haben und an denen deshalb gefastet wird: Am 9. des Monats Av („Tischa be Av“) wird der Zerstörung des ersten und zweiten Tempels gedacht. Am 17. des Monats Tammus hat Titus Jerusalem erobert, und am 3. Tag des Monats Tischri wurde der von Nebukadnezar eingesetzte Stadthalter Gedalja getötet („Zom Gedalja“), weshalb weite Teile der Bevölkerung in die Babylonische Gefangenschaft verschleppt wurden. Da man der Auffassung ist, dass diese Katastrophen auch eigenem Verschulden zuzurechnen sind, bieten die Fasttage die Gelegenheit, den Weg der Umkehr einzuschlagen („Tschuwa“) und die Worte der Propheten verstärkt zu befolgen.

Der jüdische Kalender ist eine Mischung aus Mond- und Sonnenkalender und sehr komplex. Da oben eigene Monatsbezeichnungen verwendet werden, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese Namen sehr alt sind, die Monate dem Mondzyklus folgen und daher in Bezug auf den profanen Kalender von Jahr zu Jahr unterschiedlich liegen. Im Gegensatz zum moslemischen Kalender wird der jüdische aber so korrigiert, dass die Monate an die Jahreszeiten gebunden bleiben.

Gibt es verschiedene Strömungen im Judentum?

Spätestens seit dem Eindringen des Hellenismus in das Judentum in den drei Jahrhunderten vor Christi Geburt gibt es verschiedene Strömungen und Gruppen, die unterschiedliche Auffassungen vertreten und teilweise eigene Traditionen und Lebensweisen verfolgen. Den Christen ist dies durch verschiedene Erwähnungen im Neues Testament (Pharisäer, Sadduzäer, Zeloten, Essener) nicht unbekannt. Das Christentum selbst entstammt einer Gruppe von Juden, die einer apokalyptisch-messianischen Botschaft folgten.

Heute gliedert sich das rabbinische Judentum in geografischer Hinsicht in Aschkenasim (mittel-, nord- und osteuropäische Juden), Sephardim (südeuropäische Juden ursprünglich spanischer Herkunft) und Misrachim (Juden aus arabischen Ländern). Die Regionen repräsentieren verschiedene Traditionen, die sich aus der Diaspora-Situation und der teilweisen Übernahme von Gewohnheiten der jeweiligen Länder ergeben haben.

Eine Zäsur bildete die europäische Aufklärung, die mit etwas Verzögerung auch das Judentum erfasst hat („Haskala“), speziell für das aschkenasische Judentum. Die Aufspaltung in „Reform“ und „Orthodoxie“ ist bis heute nicht konfliktfrei, bzw. werden reformierte Zugänge von der Orthodoxie abgelehnt. Die jeweiligen großen Strömungen sind in sich in unterschiedlichste Gruppierungen gegliedert. Innerhalb der Orthodoxie gibt es zum Beispiel volksgläubig-kabbalistisch geprägte Gruppen (Chassidim), die stark messianisch ausgerichtet sind und ihren Zaddikim (von "zedek" - gerecht), ihren Meistern, eine große Verehrung entgegenbringen.

Eine interessante Abspaltung, oder besser Abweisung vom Judentum bilden die Samariter (Samaritaner). Sie entstammen jenen jüdischen Bevölkerungsteilen, die nicht in die Babylonische Gefangenschaft verschleppt wurden. Nach der Rückkehr der Juden aus dem Exil wurden sie von der Priesterschaft nicht mehr als zum Volk Israel gehörig angesehen, weshalb sie ihren eigenen Tempel auf dem Berg Gerizim (nahe der heutigen Stadt Nablus) errichteten. Heute leben noch etwa 1000 Menschen, die diesem Glauben angehören.

Eine fast ausgestorbene Abspaltung stellen die Karäer dar, die die talmudische Auslegung der Gebote ablehnten. Sie waren im Mittelalter eine ernstzunehmende Konkurrenz für das rabbinische Judentum und wurden dementsprechend heftig als Häretiker bekämpft. Sie waren vor allem in Osteuropa verbreitet.

Gibt es ein Glaubensbekenntnis?

Ein verbindliches Glaubensbekenntnis wie etwa im Christentum gibt es im Judentum nicht. Das „Schma Israel“- Gebet, „Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig“, ist das wichtigste Gebet und könnte als Glaubensbekenntnis aufgefasst werden. Die 13 Glaubenssätze, die Moses Maimonides im 12. Jahrhundert formuliert hat, repräsentieren zwar die wichtigsten Glaubensinhalte, wurden aber nie für verbindlich erklärt.

Wie gestalten Juden ihre Gottesdienste?

Die Gottesdienste folgen einem jahrhunderte-, teilweise jahrtausendealten Ritus, der in seinem Grundaufbau weltweit einheitlich ist. Unterschiede gibt es je nach Tradition und Herkunftsland beispielsweise in Teilen der Gebetsordnung und hinsichtlich der Melodien. Die Gebete werden, abgesehen von den Reformgemeinden, wo auch in der Landessprache gebetet wird, in hebräischer Sprache gesprochen bzw. meist gesungen. Es werden drei Gottesdienste am Tag abgehalten, der längste ist der Morgengottesdienst. Die wichtigsten Gebete sind das „Schma Israel“ und das Achtzehngebet. Psalmen werden vor allem als Eingangsgebete gesungen.
Am Schabbat, an Feiertagen, am Montag, Donnerstag und am Monatsbeginn wird im Morgengottesdienst der Tora- Gottesdienst eingeschoben. Man liest aus der Torarolle den entsprechenden Wochenabschnitt und begleitet dieses wichtige Ereignis mit speziellen Riten und Gebeten.

Aufgrund der geringen Mitgliederzahl werden in Innsbruck nur wenige Gottesdienste abgehalten. Am ersten Schabbat im Monat wird ein Kabbalat Schabbat- Gottesdienst gefeiert, der gerne angenommen wird. Die Hohen Feiertage, Rosch Haschana und Jom Kippur, werden vollumfänglich gefeiert, wofür ein Chasan (Vorbeter) oder Rabbiner engagiert wird. Zweimal hatte Oberrabbiner Eisenberg diese Funktion inne.

Wie ist die Situation der Juden in Tirol?

Während vor dem zweiten Weltkrieg rund 500 Juden in Innsbruck lebten und die Gemeinde einen eigenen Rabbiner hatte, zählt die heutige Gemeinde nur rund 90 Mitglieder, die in ganz Tirol und Vorarlberg verstreut sind. Das Gemeindeleben wird dadurch erschwert und ein Minjan, das erforderliche Quorum von 10 Männern zur Abhaltung von vollwertigen Gottesdiensten, kommt meist nur an den Hohen Feiertagen zustande. Trotzdem ist das Gemeindeleben recht lebendig, erfreut sich eines regen öffentlichen Zuspruchs und zahlreicher Gäste.

Einen Höhepunkt des Gemeindelebens bildet der Seder-Abend zu Beginn des Pessachfestes, der schon seit vielen Jahren im Hotel Sailer in Innsbruck abgehalten wird und den weit verstreuten Mitgliedern und vielen befreundeten Gästen die Gelegenheit zur Zusammenkunft bietet.

Die Gemeinde hat eine große Bildungsverantwortung und wird besonders von Schulen im Rahmen von Führungen gerne besucht.

Wie ist das Verhältnis zum Staat Israel?

Der Staat Israel wurde im Jahr 1948 gegründet, um für Juden eine nationale Heimat zu schaffen, wo sie selbstbestimmt und ohne Verfolgung leben können. Die jahrhundertelangen Repressalien, Vertreibungen und Ermordungen, die nach der rechtlichen Gleichstellung der Juden im 19. Jahrhundert in Europa nicht abnahmen, sondern sogar zunahmen, mit dem traurigen Höhepunkt der Shoa, führten zur Erkenntnis, dass das jüdische Volk einen eigenen Staat braucht. Dementsprechend hat Israel eine wichtige Bedeutung für die Sicherheit der Juden weltweit. Daneben haben Israel und seine Hauptstadt Jerusalem, die Stadt König Davids, eine spirituelle Bedeutung. Viele Juden in der Diaspora haben Verwandte und Freunde dort und besuchen das Land regelmäßig. Jüdinnen und Juden beten daher für das Wohl des Staates Israel, so wie sie auch für das Wohl jenes Staates beten, wo sie gerade leben.     

Kontakt & Ansprechpartner in Innsbruck

Sekretariat:
Israelitische Kultusgemeinde Innsbruck
Sillgasse 15, 6020 Innsbruck
E-mail: office@ikg-innsbruck.at
Tel: (+43) 0512 586892

Für die Multireligiöse Plattform:
Dipl.-Ing. Dietmar Gstrein
Tel: (+43) 0660 6518687
E-Mail: office@atelier-gstrein.at

Versammlungsort in Innsbruck:

Die Synagoge in der Sillgasse 15, 6020 Innsbruck

Mehr zur jüdischen Gemeinde in Innsbruck:

http://www.ikg-innsbruck.at/

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Multireligiöse Plattform Innsbruck (MRPI) c/o Haus der Begegnung Innsbruck, Dr. Martina Loth
Rennweg 12
A-6020 Innsbruck in Tirol
Österreich
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