Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich**

Das Bosniakische Kulturzentrums – Dzemat Innsbruck gehört zur Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist seit ihrer Gründung um die Sicherung der möglichen Ausübung religiöser Bedürfnisse bestrebt, und setzt sich für die Sicherung der Zusammenarbeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft ein. Ihre Funktion als Schnittstelle zu staatlichen Institutionen, anderen Religionsgemeinschaften und zivilen Einrichtungen in Österreich war und ist wesentliche Aufgabe der IGGÖ. Um diese Aufgaben erfolgreich meistern und den Herausforderungen der Zeit gerecht werden zu können, ist die IGGÖ bemüht alle Muslim*innen – unabhängig von ethnischen Hintergründen, Erstsprachen, Geschlecht oder sozialem Status – zu erreichen und ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiv an der Arbeit der IGGÖ mitzuwirken.

Ein zentrales Anliegen der Islamische Glaubensgemeinschaft ist es, Muslim*innen in Österreich ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein, sie dabei zu unterstützen, die muslimische Identität zu bewahren, sich gleichzeitig positiv in der österreichischen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft verankert zu sehen und die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft aktiv und mutig anzugehen. Auf diesem Weg vermag die IGGÖ österreichische Muslim*innen durch ihre Erfahrung und ihren Willen zur Verwirklichung des „österreichischen Wegs“ des Islam gemäß dem Motto „Einheit in Vielfalt, Stärke im Zusammenhalt. Der österreichische Weg zu einer europäisch-muslimischen Identität.“ zu begleiten und zu stärken.

 

Geschichte und Gründung

Innerhalb Europas stellt die Behandlung des Islam in Österreich eine Besonderheit dar. Bereits seit 1912 garantiert ein eigenes Islamgesetz die rechtliche Anerkennung der in Österreich lebenden Muslim*innen. Die Donaumonarchie hatte 1908 das größtenteils muslimische Bosnien und Herzegowina annektiert. In diesem Reichsgebiet lebten 600.000 Muslim*innen, deren Religionsausübung geschützt werden musste. Dieses Anliegen fand ihren Niederschlag in einem Gesetz, das über das auf die christliche Organisationsstruktur ausgerichtete Anerkennungsgesetz aus dem Jahr 1874 hinaus im §6 ausdrücklich den gesetzlichen Schutz von Religionsausübung und Religionsdiener*innen des Islam verankerte. Bosniaken dienten in der Leibgarde des Kaisers, Imame versahen als Militärseelsorger ihren Dienst, und es gab sogar Pläne für den Bau einer großen Moschee in Wien. Der Erste Weltkrieg machte diese Pläne allerdings zunichte.

In den 1960-er Jahren wuchs die Zahl der Muslim*innen in Österreich durch den Zuzug von Migrant*innen vor allem aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien. In dieser Zeit wurde der Verein „Moslemischer Sozialdienst“ gegründet, der sich neben den religiösen Aufgaben und der Ausübung humanitärer Hilfe auch für eine angemessene rechtliche Verankerung der muslimischen Gemeinde einsetzte.

1971 beantragte jener Verein die Genehmigung zur Etablierung einer Kultusgemeinde mit festgeschriebenen Statuten auf Grundlage des Islamgesetzes. Als Folge dessen konstituierte sich 1979 die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) als Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie übernimmt seither die offizielle Verwaltung der religiösen Belange der im Lande lebenden Muslim*innen und garantiert nicht nur die freie und öffentliche Religionsausübung, sondern genießt durch die Anerkennung ihrer Rolle in der Regelung der inneren Angelegenheiten der österreichischen Muslim*innen auch Autonomie.

 

 

http://www.derislam.at/iggo/

 

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